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Kommt Ihnen dieser Sachverhalt bekannt vor? Sie sind zwar an Ihrem Arbeitsplatz anwesend, aber irgendwie doch nicht ganz da. Ihre Gedanken kreisen noch immer um das stressige Kundengespräch vom Vortag und auch sonst haben Sie doch heute noch so viel tun. Und: Ihnen fällt dies in der Situation gar nicht auf.

In der Wissenschaft wird einer Person, die sich in einem solchen Zustand befindet, eine geringe Ausprägung in Achtsamkeit zugeschrieben. Kirk Brown und Richard Ryan von der Universität Rochester (2003, S. 822) definieren Achtsamkeit (engl. Mindfulness) als eine offene, auf den Moment gerichtete Aufmerksamkeit und ein Gewahrsein von gegenwärtigen Erfahrungen bzw. sich gerade vollziehenden Ereignissen. Verfestigen sich derartige Zustände, kann Unachtsamkeit sich sogar zu einer relativ stabilen Persönlichkeitseigenschaft entwickeln. Aber warum ist dies überhaupt relevant?

Zahlreiche empirische Untersuchungen zeigen Auswirkungen von Achtsamkeit etwa zur Reduzierung von Burnout, Suchtproblemen, körperlichen Schmerzen, Selbst- und Emotionsregulation, Work-Life-Balance, Arbeitsengagement und Authentizität. Positive Auswirkungen von Achtsamkeit konnten auch auf zwischenmenschlicher Ebene festgestellt werden. So steht Achtsamkeit in enger Verbindung mit verbesserten kommunikativen Fähigkeiten (offenes Zuhören, weniger Bewertungen von anderen), der Fähigkeit zur Empathie und zum Mitgefühl sowie bessere Konfliktlösungskompetenzen. Eine höhere Ausprägung in Achtsamkeit von Führungskräften (Mindful Leadership) kann zudem positive Effekte auf Mitarbeiter/-innen besitzen und zum Organisationserfolg beitragen:

  • eine geringere emotionale Erschöpfung
  • eine bessere „work-life-balance“
  • eine allgemein höhere Arbeitsleistung
  • weniger abweichende Verhaltensweisen
  • eine gesteigerte psychologische Bedürfnisbefriedigung
  • eine gesteigerte Arbeitszufriedenheit
  • verbesserte Leistungen im jeweiligen Verantwortungsbereich
  • ein höheres Engagement

Aber wie Achtsamkeit entwickeln? Hierzu steht die Wissenschaft noch in den Anfängen. Eine bewährte Möglichkeit stellt die Achtsamkeitsmeditation dar. Ein erster Schritt ist es aber, sich der Unachtsamkeit in einer Situation bewusst zu werden. Und hierfür kann dieser Beitrag einen ersten kleinen Anstoß geben.

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    Verfasser und Trainer: Matthias Müssigbrodt

 

Quelle: Weibler, J./Müssigbrodt, M. (2017): Achtsame Führung in Organisationen – ein Faktencheck. In: Personalführung, Heft 9, S. 61-64

 

Aus Gründen der Lesbarkeit wird in diesem Artikel gelegentlich nur die männliche oder weibliche Form verwendet. Weibliche und männliche Personen sind damit gleichermaßen gemeint.

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