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Eingruppierung von Kundenberaterinnen und Kundenberatern bei Sparkassen

Die neue Entgeltordnung zum TVöD VKA sieht seit dem 01.01.2017 im Bereich der Sparkassenbeschäftigten eigene Fallgruppen mit speziellen Tätigkeitsmerkmalen für Beschäftigte in der Kundenberatung vor. Das Spektrum reicht von der Entgeltgruppe 5 bis zur Entgeltgruppe 9c. Erfüllt die Beratungstätigkeit darüber hinaus die Anforderungen der allgemeinen Tätigkeitsmerkmale der darüber liegenden Entgeltgruppen, ist auch eine höhere Eingruppierung möglich.

Im Zentrum steht allerdings immer wieder die Eingruppierung von Kundenberatern/-innen im Privatkundengeschäft. Wie sich aus dem Umkehrschluss der Entgeltgruppe 9b Fallgruppe 3 ergibt, ist die Kundenberatung im standardisierten Mengengeschäft der Entgeltgruppe 9a zuzuordnen. Erst die Individualkundenberatung kann das Tarifmerkmal der gründlichen, umfassenden Fachkenntnisse und selbstständigen Leistungen sowie mindestens einem Drittel besonders verantwortungsvoller Tätigkeit begründen.

Doch auch unterhalb der Entgeltgruppe 9a kann eine Ansiedlung der Kundenberatungstätigkeiten gerechtfertigt und angemessen sein. Das Eingruppierungsspektrum ist schließlich ab der Entgeltgruppe 5 Fallgruppe 3 vorgesehen. Insofern kommt es entscheidend auf den Zuschnitt der vom Arbeitgeber übertragenen, auszuübenden Tätigkeiten an.

In diesem Zusammenhang stellt sich immer öfter die Frage, inwieweit der technische Fortschritt den Beschäftigten in der Kundenberatung eine höhere Eingruppierung erschwert. Mit OSPlus (One System Plus) bietet die Finanz Informatik (FI) eine Gesamtbanklösung an, die den Beratungsprozess – noch mehr seit der Einführung von OSPlus_neo – sehr stark strukturiert und steuert. Fraglich ist insofern, an welchen Stellen in der Kundenberatung noch „selbstständige Leistungen“ im Tarifsinne verbleiben.

Selbstständige Leistungen erfordern nach den Klammerzusätzen zu den Entgeltgruppen 7, 8 und 9a ein den vorausgesetzten Fachkenntnissen entsprechendes selbstständiges Erarbeiten eines Ergebnisses unter Entwicklung einer eigenen geistigen Initiative; eine leichte geistige Arbeit kann diese Anforderung nicht erfüllen.

Selbstständige Leistungen liegen demnach − im Rahmen der einzusetzenden Fachkenntnisse − vor, wenn die Stelleninhaberin bzw. der Stelleninhaber hinsichtlich des einzuschlagenden Weges (Arbeitsmethoden, -gestaltung) und des zu findenden Arbeitsergebnisses einen eigenen Ermessens-, Entscheidungs-, Gestaltungs- oder Beurteilungsspielraum besitzt.

Können im Zuge der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung in Zukunft noch relevante Ermessensspielräume verbleiben?

Diese und weitere Fragen besprechen wir im Rahmen unseres Seminars:

"Eingruppierung in Sparkassen" vom 28. - 29. Oktober 2019 in Dortmund

oder im

"Praxis-Seminar: Stellenbewertung in Sparkassen" am 30. Oktober 2019 in Dortmund

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  Sauer

 

   

 

Verfasserin und PIW-Trainerin: RAin Katharina Sauer

 

 

Aus Gründen der Lesbarkeit wird in diesem Artikel gelegentlich nur die männliche oder weibliche Form verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für alle Geschlechter (m/w/d).

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